traum selbstversorger

Wie werde ich Selbstversorger in kleinen Schritten


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Von Traum und Realität der Selbstversorgung

Mein persönliches Märchenbild von der Selbstversorgung sieht so aus, wie ich mir meine Urgroßmutter auf ihrem Bauernhof vorstelle: Mit sonnengegerbtem Gesicht und einer um die Hüfte geschlungenen Gartenschürze steht sie in ihrem Garten. Die Brunnenkresse windet sich um den Holzzaun, eine Königskerze wächst neben dem Türchen, der Duft von Rosen und Lavendel liegt in der Luft, die Bienen summen um das Büschelschön, rotbackige Äpfel und gelbe Quitten hängen an den knorrigen Bäumen. Ich sehe ihr zufriedenes Lächeln, das sie dem Sonnenuntergang schickt und höre, wie sie Ziegen und Hühner in den Stall ruft.

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Kräuterwanderung in Berkeley oder wie die Natur zur Uni wird

Berkeley ist bekannt für seine legendäre Universität, die University of California. Aber wer denkt schon daran, dass dieses Stadtgebiet an der San Francisco Bay einst nicht den Intellektuellen, den Hippies oder den High-Tech-Unternehmern gehörte. Hier lebten die Ohlone, ein Stamm amerikanischer Ureinwohner, der sich nicht einmal in die Erinnerung von Western-Fans oder New-Age-Anhängern einschleichen konnte. Unsere kleine Gruppe von Heilpflanzen-Freunden denkt heute an diese vergessenen Menschen und ihre Universität: die Natur. Wir wandern, nein kriechen, von Schierling und Weide zu Lattich und Spitzwegerich, von Heilziest und Brennessel zur Knotigen Braunwurz und dem Krausen Ampfer. Wir wollen lernen, wie diese und andere Pflanzen uns Menschen helfen können.

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Kleine Pilzkundenpolitik garniert mit heimischem Reishi

Was, wenn Pilze die Welt retten könnten? Das behauptet zumindest der amerikanische Pilzkundler Paul Stamets. Pilze haben einiges drauf in punkto Umweltschutz, könnten womöglich die Energiekrise lösen, sowie gegen biologische Kampfstoffe schützen. Außerdem schmecken Pilze gut. Sie sind für den Selbstversorger leicht zu sammeln oder anzubauen – und sie sind heilsam. Manche Pilze kann man zum Feuer machen verwenden, andere für die Herstellung von Papier und Hüten, wieder andere zum Färben von Kleidung oder zum Brauen von Bier. Für uns wird es Zeit, die Berührungsangst mit den manchmal giftigen Waldwesen zu überwinden und in die Welt der Waldapotheke für Mensch und Planet einzutauchen. Wer sind die eigentlich, die Pilze? Weiterlesen


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Mit der Klettenwurzel ins Schlaraffenland

Wenn man die Klette reden hören könnte, würde man eine große, beschützende Freundin kennenlernen. Sie würde einem heftig auf die Schulter klopfen und loslegen: „Hey Du! Ja Du. Ich weiß, ich weiß. Du denkst, ich bin grob und ungehobelt, wachse überall und bin zu nichts zu gebrauchen. Ha! Lass mich Dir was erzählen. Ich mach die Arbeit, die kein anderer machen will. Du kannst auf mich runterschauen und doch, in Wahrheit bin ich mächtig. Ich helf Dir und schmeiß all den giftigen Müll aus Deinem Körper. So tief wie meine Wurzel wächst, so tief ist auch meine Wirkung. Deine vergrabene Negativität mach ich fertig und befreie Dich davon. Deine Leber, Deine Nieren, Dein Lymphsystem – die werden mich lieben. Und Du? Genau. Du wirst sehen, wie krass schön und fett stark ich bin. Halt, halt – Du brauchst jetzt echt nicht niederknien. Komm wieder hoch und gib mir Fünf, Alte!“

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Auf den Spuren von Feen und Heilpflanzen in San Francisco

Als ich mit gezücktem Notizbuch im Glen Canyon Park im Stadtteil Diamond Heights ankomme, ahne ich noch nichts von den Feen, die hier wohnen und dem Gold, das sie mir schenken werden. Ich bin auf sehr viel Kopf- und ein wenig Sinnesarbeit eingestellt. Tonnen von Informationen über Pflanzen will ich behalten, oder zumindest mitschreiben. Blätter will ich ertasten und schmecken. Lernen will ich, auf dieser Kräuterwanderung durch 28 Hektar Großstadt-Parkwildnis mit Eulen, Falken, Stinktieren und, so sagt man, sogar Coyoten. Meine Studienkolleginnen vom Ohlone Herbal Center sind schon da und unsere heutige Lehrerin, Krista Herbe, erweckt unbestimmbare Stängel und verwelkte Blätter mit ihren Erklärungen zum Leben. Aus braunem Allerlei-Salat, den wir links hätten liegen lassen, wird plötzlich eine beachtenswerte Heilpflanze, die wir minutenlang betrachten.

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Auf Nimmer Wiederhusten: Bester Thymian-Sirup

Kaum weht kalter Wind um die Nase und der Sommer verabschiedet sich, ist es auch schon soweit. Der Hals kratzt. Das passt jetzt aber gar nicht. Weg damit, husch, husch! Nein, so einfach räumst Du nicht das Halsfeld? Na warte! Dir heize ich mit Fire Cider ordentlich ein. Wenn der erstmal mein Immunsystem in Schwung gebracht hat, vergeht Dir das Kratzen. Und falls nicht, lege ich noch etwas ganz Besonderes aus dem Garten nach. Das wird Dich umgarnen und wegzaubern: Der Thymian-Sirup!

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Plastikfrei: Die Heilkräuter-Creme mit gespeichertem Sonnenlicht

Ob Clarins, Clinique und Estee Lauder oder Nivea, Balea und Dove, ob teuer oder billig, sie alle und viele mehr haben diverse Creme-Tübchen anzubieten, die Schauriges enthalten: Microplastik. Heimlich, still und leise haben sich fast unsichtbare, millimetergroße Plastikpartikel in Körper- und Gesichtscreme, aber auch Zahncreme und Duschgel eingeschlichen. Hatten wir etwa vor, durch tägliche Gesichtswäsche und Zähneputzen die Donau, den Gardasee oder die Arktis zu verseuchen? Nicht wirklich. Wir haben gar nicht für möglich gehalten, dass böses Platik als Schleifmittel, Füllstoff und Bindemittel in Kosmetika in Frage kommt und so natürliche Stoffe wie gemahlene Nuss- oder Kokosschalen, Mandelkleie und Tonerde einfach aus der Zutatenliste schmeißt. Gut für die Firmen, dass uns niemand gefragt oder informiert hat, denn wer kauft das schon bewusst. Wir wollen etwas anderes in den Händen halten, wenn wir unser Bad betreten: konzentrierte Natur mit stoffgewordenem Respekt und einem Duft von liebevollem Miteinander aller Erd-, Luft- und Wasserwesen. Also, her mit der selbst gemachten Ringelblumen-Körperlotion und der Kamillen-Gesichtscreme.

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Abfallzauber mit Komposthaufen

Wenn die Sonnenblumen verwelken, die Erbsen schlapp in ihrem Stützgerüst hängen und die Tomatenblätter braun werden, dann fragt man sich: Schon wieder alles falsch gemacht oder ist einfach nur Herbst? In beiden Fällen sind Selbstversorger-Anfänger wie wir reif für den Bau eines eigenen Komposthaufens, auf dem man alle Gartenabfälle los wird und so nebenbei Medizin für den Garten gewinnt. Kompost verbessert die Bodenstruktur und die Wasserverfügbarkeit für die Pflanzen. Er gibt den Boden neue Nährstoff-Nahrung und stärkt die Abwehrkräfte der Pflanzen gegen Schädlinge und Pilze. Der Komposthaufen verzaubert den Abfall in Medizin. Klar, denken wir, den können wir gebrauchen. Aber, wie baut man so eine magische Kiste?

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Dörren für Dussel

Man könnte ja auf die Idee kommen, in einem dürregeplagten Land wie Kalifornien würde das Dörren quasi von alleine gehen. Ja, für unfreiwilliges Trockengemüse im Garten. Nein, für den gewollten Dörrverzehr – es sei denn, man schätzt Staubpaniertes und Spinnenbewebtes. Also her mit dem elektrischen Dörrautomat (wir lernen engl.: Dehydrator) inklusive Zeituhr. Unser Traum von selbst getrockneten Tomaten und von einer neuen Verwertungsart für die unbeabsichtigte Massenernte von Petersilie und Zucchinis ist zum Greifen nah.

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Die Psychologie der Gartenerde und der Wurmtee

Es gibt da jemanden, mit dem wir gerne befreundet wären: Unsere Gartenerde. Auf den ersten Blick war sie uns sympathisch und wir haben viel Zeit mit ihr verbracht. Wir haben mit ihr und dem Spaten herumgetollt, sie gewässert und umarmt, sie täglich besucht und ihr grüne Gefährten geschenkt. Doch irgendwann wurde uns klar, etwas stimmt nicht mit ihr. Sie redet nicht mit uns. Sie schickt uns Zeichen der Unzufriedenheit und des Protests, indem sie ihre ehemals grünen Gefährten braun werden und die Blätter kringeln lässt. Sie hat keine Lebensfreude und keine Energie. Unsere Gartenerde sucht sich sogar schlechte Gesellschaft und hängt mit Wesen rum, die alles nur kaputt machen wollen. Zuerst schauen wir ungläubig zu, dann kämpfen wir und beschimpfen sie. Schließlich fällt uns auf, dass wir unsere vermeintliche Freundin, die Gartenerde, gar nicht wirklich kennen. Wer ist sie und was geht in ihr vor? Wir holen uns Hilfe bei der Gartenerden-Psychologin…

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